Presse
Feté de la Musique am 21.06.2011 vor dem Blickwinkel
RBB Heimatjournal, 03.12.2010
Berliner Morgenpost, 13.12.2010

BZ, 01.09.2010

ZDF heute, August 2010


Berlin-Neukölln: Der Chip kann's richten
Bildungskarte zum Teil schon Realität - AWO skeptisch
Wer als Schulkind in Berlin-Neukölln mit schlechten Noten nach Hause kommt, muss mit seinem Problem meist alleine fertig werden. Eltern können oft nicht helfen. Für Nachhilfe fehlt das Geld. Die Chipkarte hilft - zum Teil.

Thema Kampf um bessere Bildung
Die Arbeitslosenquote kratzt an der 20-Prozent-Marke, fast drei Viertel der Kinder und Jugendlichen gelten als arm: In den meisten Neuköllner Haushalten ist schlicht kein Geld da für teure Nachhilfestunden.
Im Sommer 2007, als die Politik zwar noch nicht über den sogenannten Bildungschip, wohl aber über Bildungsgerechtigkeit diskutierte, ergriff Susanne Nadapdap die Initiative. Mit Freunden gründete die Erziehungswissenschaftlerin im Berliner Problemkiez Neukölln ihren Verein "Blickwinkel". Seitdem öffnen die 34-Jährige und 25 weitere Ehrenamtliche an fünf Nachmittagen in der Woche ihre Tür, um mit Jugendlichen die Hausaufgaben zu machen.
Von der Leyen fordert Bildungschipkarte
45 Euro für 40 Stunden Nachhilfe
Rund 50 Kinder und Jugendliche kommen regelmäßig in die Sonnenallee 64. Die Monatsgebühr ist vergleichsweise gering: Wer an drei Tagen in der Woche je zwei Stunden gemeinsam mit Susanne Nadapdap und ihren Kollegen büffelt, zahlt im Monat 30 Euro. Wer jede Woche fünf Mal kommt, zahlt 45 Euro. 45 Euro für 40 Stunden Nachhilfe - ein Schnäppchen, berechnen die meisten Nachhilfeanbieter doch gut 20 Euro pro Stunde. Doch mehr als die Hälfte der Eltern, die ihre Kinder in den "Blickwinkel" schicken, leben von Hartz IV.
"Trotzdem zahlen sie den Beitrag gern für ihre Kinder", wirft Nadapdap sofort ein. Klar komme es mal vor, dass das Geld nicht pünktlich gezahlt werde. Oder auch mal einen Monat lang gar nichts komme. "Aber diese Eltern sparen sich das notfalls ab", versichert Nadapdap. Darum halte sie nichts davon, Hartz-IV-Empfänger unter Generalverdacht zu stellen. Wie das in Zukunft laufen soll, wenn die Kinder, wie von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen geplant, mit einer Chipkarte bezahlen sollen, kann sich die 34-Jährige überhaupt noch nicht vorstellen. Ihre größte Sorge ist ganz praktischer Natur: Sie frage sich, woher ihr Verein eigentlich das Geld für ein teures Lesegerät nehmen soll.
Der Tagesspiegel, 26.11.2009
Das haben unsere Leser bewegt
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Die Spendenaktion des Tagesspiegels ist einzigartig: Seit 17 Jahren geben wir kleinen Kiezinitiativen, aber auch größeren Trägern die Chance, sich mit Projekten des gesamten sozialen Spektrums beim Spendenverein des Tagesspiegels zu bewerben. Das hat sich herumgesprochen. Aus den Bewerbungsstapeln wählen wir Projekte aus, die gefährdet sind, die innovativ arbeiten, in denen Ehrenamtliche viel bewegen. Vergangenes Jahr hatten wir die Leser für 57 Vereine um Spenden gebeten. 258 000 Euro kamen zusammen – der höchste Betrag seit Beginn der Aktion, trotz Wirtschaftskrise. Leser halfen auch persönlich. Bevor wir am Sonntag die neue Serie starten, hier die Bilanz der vergangenen Aktion. Wir bilanzieren hier die zwölf Projekte der Serie 2008/09, stellvertretend für alle anderen. kög
NACHBARSCHAFTSHILFE FÜR SCHÜLER
Für junge Neuköllner ist es nicht gerade die Regel, mit einem guten Schulabschluss
ins Leben zu starten. Damit sich das ändert, gibt es den Verein Blickwinkel
an der Sonnenallee. Dort helfen Nachbarn aus dem Kiez 50 Schülern zwischen
sieben und 18 Jahren nicht nur bei den Hausaufgaben, sondern sprechen mit
ihnen über Themen, die in der Schule mitunter zu kurz kommen. Der Politikwissenschaftler
Folke Burghoff und eine Erziehungswissenschaftlerin organisieren das Ganze.
Für ihre Arbeit brauchten sie technische Unterstützung und haben von den
2100 Spenden-Euro einen Beamer, einen DVD-Player und Lautsprecher gekauft:
„Für Filmvorführungen“, sagt Folke Burghoff. „Neulich haben wir eine Dokumentation
über die Zukunft von Schulabgängern nach der 10. Klasse gesehen und dann
darüber diskutiert.“ Außerdem wurden zwei Computer für die Internetrecherche
angeschafft. Das dringend benötigte neue Faxgerät spendete ein Tagesspiegel-Leser
so – er brachte sein ausrangiertes vorbei. Dma

Der Tagesspiegel, 9. Dezember 2008



